Standardisiertes Getriebemodell - Getriebedaten einfach austauschen

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Die standardisierte Schnittstelle REXS (Reusable Engineering EXchange Standard) wird in Kooperation mit Industrie und Forschung entwickelt. Ab der Workbench Version 5.0 wird die REXS-Schnittstelle zum Export und Import von Getriebedaten unterstützt.

In einer Zeit, in der die Vernetzung auf allen Ebenen der Gesellschaft und Industrie immer wichtiger wird, bildet die Software-Landschaft, die im Bereich der Getriebeentwicklung, -berechnung und -fertigung eingesetzt wird, ein sehr heterogenes Bild. Obwohl diese Programme unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen haben, ist ihre Datenbasis zu großen Teilen identisch. Es hat sich aber bis zur heutigen Zeit kein industrieweiter Standard zum Austausch von Getriebedaten etabliert. Dies führt zu vielen kosten- und pflegeintensiven Sonderlösungen sowie zu vermeidbarer Doppelarbeit.

Die Lösung: Standardisierte Schnittstelle zum Austausch von Getriebedaten

"Ziel ist es, die unterschiedlichen Systeme mit ihren eigenen Berechnungsschwerpunkten effizient und effektiv nutzen zu können, beispielsweise Bearinx, Simpack oder FVA-Workbench", erklärt Dr. Heinrich Bolz, Leiter Berechnung und Simulation in der Entwicklung Getriebe der SEW-Eurodrive GmbH & Co KG.

Dass eine konsequente Standardisierung wesentlich zum Erfolg beiträgt, beweist die Historie des deutschen Maschinenbaus, der bereits 1918 mit der Normung von Maschinenelementen startete. Und was vor 100 Jahren mit der Normierung von Kegelstiften begann, muss in Zeiten der Digitalisierung und Industrie 4.0 auf Softwareebene fortgeführt werden.
Die Forschungsvereinigung Antriebstechnik e.V. (FVA) hat sich zum Ziel gesetzt, einen industrieweiten Standard zum Austausch von Getriebedaten zu etablieren. Unter dem Namen "REXS" (Reusable Engineering Exchange Standard) wird die Schnittstelle in enger Zusammenarbeit mit Industrie und Forschung entwickelt.
REXS definiert normübergreifend und branchenweit eine einheitliche Modellierung und Nomenklatur des Getriebes und seiner Bestandteile und basiert auf der detaillierten Begriffswelt von 25 projektbegleitenden Ausschüssen der FVA. Durch ihre langjährige Erfahrung und die breite Verwurzelung in Industrie und Forschung ist die FVA in der Lage einen branchenweiten Standard zu etablieren.

Für die FVA-Partner SEW-Eurodrive und Schaeffler liegt der Fokus vorrangig auf dem Austausch von Getriebedaten im Rahmen der Lagerberechnung. Anstelle jedoch eine weitere spezialisierte Sonderlösung zu entwickeln, engagieren sich beide Unternehmen für das FVA-Vorhaben "Standardisierung der Getriebemodellierung" und haben damit den Grundstein für die Schnittstelle gelegt. Durch ihre langjährige Erfahrung im Bereich Getriebesoftware wird die Praxistauglichkeit der entwickelten Konzepte im industriellen Umfeld gewährleistet."Wir haben uns zu diesem Zweck bewusst für die Entwicklung eines gemeinsamen Standards mit der FVA entschieden, da dieser Ansatz enormes Potenzial für die Zukunft birgt.", führen Dr. Heinrich Bolz und Stephan Evert, Leiter CAE Application Development im Bereich R&D Processes, Methods and Tools der Schaeffler Technologies AG & Co. KG, weiter aus.Als erste praktische Anwendung wurde der Datenaustausch zwischen der FVA-Workbench, Bearinx von Schaeffler und Wesilab von SEW mithilfe von REXS realisiert.Die neue Schnittstelle liefert ein Plus an Effizienz und Qualität.

Die Vorteile der REXS-Schnittstelle liegen auf der Hand: Sie reduziert Fehler beim Datenaustausch und minimiert den Pflegeaufwand bei der Kommunikation zwischen verschiedenen Programmen. Die Entwicklung neuer Schnittstellen ist sehr aufwendig. Dadurch ist die Hemmschwelle neue Verknüpfungen zwischen bestehenden Softwaretools zu schaffen hoch. Mithilfe einer einheitlichen Schnittstelle lässt sich eine solche neue Verknüpfung sehr effizient umsetzen, um den Produktentwicklungszyklus zu beschleunigen und zu verbessern."Mit REXS können Getriebedaten schnell und fehlerfrei übermittelt werden. Damit liefert die Schnittstelle einen wesentlichen Beitrag zur Optimierung unseres Innovationsprozesses.", so Dr. Heinrich Bolz.

"Mithilfe von REXS können wir den Aufwand für die software-technische Kopplung von CAE-Werkzeugen reduzieren und dabei gleichzeitig die IT-Architekturen vereinfachen", ergänzt Stephan Evert.

Allgemeingültiges Schema zur Beschreibung eines Getriebes und dessen Struktur

In REXS werden die Komponenten eines Getriebes auf Basis üblicher Parameter beschrieben. Die REXS-Spezifikation beinhaltet alles, was zur Definition eines Getriebemodells benötigt wird. Im Wesentlichen sind das Maschinenelemente, deren Attribute und Relationen mit denen die Beziehungen zwischen Maschinenelementen definiert werden. Durch die einfache und generische Struktur von REXS ist es möglich, sowohl Einzelkomponenten als auch Baugruppen und komplexe Getriebestrukturen abzubilden. Die Schnittstelle hat eine offene Architektur, sodass Firmen auch eigene Erweiterungen definieren können, ohne den Standard zu beeinflussen. Somit eignet sich die Schnittstelle sowohl zum Datenaustausch mit Standardprogrammen als auch für den internen Einsatz in eigenen Softwarelösungen.

Die erste Version der Schnittstelle ist ab sofort verfügbar

Die erste Version der REXS-Schnittstelle wurde unter der Creative Commons Lizenz (CC-BY-SA) zur alljährlichen FVA-Informationstagung am 29. November 2017 veröffentlicht und ist frei zugänglich. Schaeffler und die FVA haben an ihren Ausstellungsständen im Rahmen der FVA-Informationstagung mit ihrer Software Bearinx und FVA-Workbench die einfache Datenübertragung mit REXS 1.0 live demonstriert.

www.rexs.info